Thomas Struth in München - nur noch bis zum 7.1.2018

"Na ja, ich dachte: Wenn Du ein fotorealistischer Maler bist, dann kannst Du genauso gut fotografieren. Ich sah keine Berechtigung für fotorealistische Malerei."

[...]

"Was mich interessierte, war unmöglich mit Malerei zu realisieren."

 

Thomas Struth, Ausstellungskatalog S. 300f

Platzhalter für Thomas Struths Portrait "Eleonor und Giles Robertson, Edinburgh, 1987"
Platzhalter für Thomas Struths Portrait "Eleonor und Giles Robertson, Edinburgh, 1987"

Auf  Thomas Struth bin ich zum ersten Mal in der Ausstellung Fotografien werden Bilder im Städel gestossen. Dort ging es im die Becher-Klasse a.k.a. "Düsseldorfer Schule": Andreas Gursky, Candida Höfer, ... Aber Thomas Struth war meine wahre Entdeckung in dieser Ausstellung. Natürlich gab es die alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Strassenzügen aus der Becher-Schule zu sehen, aber das wahre Abenteuer beginnt mit Struths Farbphotographie: Seine Monumentalbilder von Architektue (der Mailänder Dom), seine Museumsbilder auf denen die Besucher das Motiv sind und natürlich seine Familienportraits.  Hält man "klassische" Lehrbücher über Kompositionslehre für Photographen dagegen, dann stimmt hier nichts mehr. Kein goldener Schnitt, keine Drittelregeln und was es sonst noch alles gibt.  Auch der Vergleich mit den berühmten in der Photographie fällt schwer. Die Motive der Dschungelbilder, die Gruppenportraits, die Technikbilder sehen kompositorisch eher nach Malerei als nach Photographie aus, auch wenn man sich das Ergebnis kaum als Gemälde vorstellen könnte.

 

Eigentlich muss man ein paar von diesen Bilder zeigen, um sie auch bespechen zu können, aber in der Ausstellung selbst ist photographieren und der Gebrauch von Smartphones streng verboten. Das wird von den, im übrigen sehr freundlichen und inhaltlich kompetenten, Wächter auch durchgesetzt. Das steht inhaltlich im Kontrast zu einigen Werken, die wie oben beschrieben, Zuschauer in Museen zeigen. Insofern gibt es oben nur einen schwarzen Platzhalter für eines von Struths großartigsten Portraits und einen Linkauf das Bild "Eleonor und Giles Robertson, Edinburgh 1987" im Besitz des Metropolitan Museums.

 

Was dann der beworbene Instagram Hashtag #thomasstruthHDK bewirken soll, wenn photographieren unerwünscht ist, hat sich mir noch nicht erschlossen. Der Hashtag kommt auf Instagram auch nur auf  35 Postings (02.01.2018). Viel zu wenig für so eine großartige Ausstellung. Eine verpasste Chance.

 

Die große Werkausstellung von Thomas Struth im Haus der Kunst geht in wenigen Tagen am 7.1.2018 zu Ende.